Hoffnung

Im Jardin des Plantes, Paris von Rainer Maria Rilke (Der Panther)

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe

so müd geworden, daß er nichts mehr hält.

Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe

und hinter tausend Stäben keine Welt.

 

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,

der sich im allerkleinsten Kreise dreht,

ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,

in der betäubt ein großer Wille steht.

 

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille

sich lautlos auf...Dann geht ein Bild hinein,

geht durch der Glieder angespannte Stille -

und hört im Herzen auf zu sein.

 

 

Und von dem großartigen Autor und Menschen Michael Geisler wurde dieses weltberühmte Gedicht wie folgt weitergeschrieben:

 

Mit einem Mal, welch wunderbar Erleben,

öffnen sich des Gitters feste Streben

und was so lang und ohne Hoffnung eingesperrt,

dem wird die Freiheit wie von Schicksalshand gewährt.

 

Das Licht strahlt hell, man hört die Vögel singen.

Der Aufbruch in die Welt, er wird gewiss gelingen.

Mut und Kraft erfüllen Herz und Wesen.

Vergangnes Leid darf glücklich nun genesen.

 

"Vielleicht ist unsere Zeit eine Zeit, in der wir durch all diese Phasen gehen und wir sollen uns die Hoffnung erhalten, dass die Gitter und die Stäbe wieder aufgehen und aufgehen können. Und so tief wir auch grad das Leid erleben und umso ehrlicher wir uns darauf einlassen, umso eher kann es auch Vergangenheit werden."

 

DEM IST NICHTS HINZUZUFÜGEN.