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Ohnmächtig / powerless

Als David damals Goliath gegenüberstand, war das Größen- und Kräfteverhältnis vollkommen unausgewogen und jeder Unternehmensberater hätte David vorgeschlagen, dem Großen und Starken das Feld zu überlassen und in dessen Dienste zu treten. Zum Glück wusste David nichts von McKinsey & Co und verließ sich auf den besten Berater: sich selbst. Mit Verstand und der Überzeugung mächtig genug zu sein, um jede Herausforderung anpacken zu können, bewältigte er Goliath und setzte ein Zeichen der Eigenmacht. 

 

Auf einer Karte auf unserem Kühlschrank steht: Jeder sagte, das geht nicht, bis einer kam, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht.

Wenn wir auf das große Weltgeschehen blicken, kommen wir uns klein und unbedeutend vor, sodass wir meinen, keinen Einfluss auf den Lauf der Dinge zu haben. Nichts, das wir tun, könne die großen Themen unserer Zeit in eine günstige Richtung lenken: Klimaschutz, Umweltverschmutzung, Plastik in den Meeren, das Artensterben, Tiertransporte, Massentierhaltung, Kriege, Diktaturen, Impfpflicht - alles nicht von uns veränderbar. Was wir tun, wäre viel zu unbedeutend, als dass es irgendetwas verändere.

"Jeder sagte, das geht nicht, bis einer kam, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht." Sehen wir uns diesen Einen genau an:

 

Dieser Eine, von dem jeder sagt, er bewirke nichts, steht am Morgen auf und zieht sich an. Seine Jeans wurden ohne Kinderarbeit unter menschenwürdigen und fairen Bedingungen hergestellt, sein Merinowolle-Pullover ist einer von drei (und nicht einer von zehn) in seinem Schrank, zwar teurer als die Kunstfaserpullis, dafür langlebig und weniger oft zu waschen (Merinowolle wird gelüftet und nimmt Gerüche nicht auf), seine Schuhe werden im eigenen Land produziert ohne chemische Gerb- und Färbestoffe in einer Fabrik, die mit Solarenergie betrieben ist. 

Danach trinkt er einen Cappuccino von Kaffeebohnen, für die die Bauern einen fairen Preis bezahlt bekommen und die nicht mit giftigen Spritzmitteln vollgepumpt wurden. Die Milch stammt von Kühen mit Weidehaltung und Offenstall - das weiß er, weil er die Milch nicht im Supermarkt kauft sondern im Hofladen aus dem Nachbarort. Überhaupt kauft er regional und saisonal, er braucht im Winter keine Marillen (außer denen, die er im Sommer als Kompott eingekocht hat) oder Tomaten. Das wenige Fleisch, das er isst, stammt von einem Bauern, der seine Tiere frei herumlaufen lässt und sie selber tötet. Freilich kostet das Fleisch mehr, dafür isst er auch weniger davon. Weniger essen ist sowieso gesund, fördert seine Gesundheit und sein Immunsystem (das er im Winter gut gebrauchen kann, wenn alle anderen erkältet sind und in die Apotheke laufen). Und weil er regional und saisonal einkauft und isst, braucht er die ganze Plastikverpackung nicht - im Hofladen gibt es kein Plastik, Joghurt und Milch ist in Pfandflaschen, das Gemüse und Obst liegt in Kisten. Mit dem regionalen Einkauf fallen auch die langen Transportwege und Kühltransporte weg, weniger CO2, geringere Aufschläge auf die Lebensmittel. Für die Eier, die er beim Bauern kauft, zahlt er den Preis, der für den Bauern und seine Arbeit fair ist - er weiß, dass der Bauer für die Eier, die er in die Industrie liefert, 3 Cent pro Stück bekommt, weshalb die Hühner, die diese Eier liefern, kein artgerechtes Leben führen dürfen. 

Dieser Eine trinkt hauptsächlich Leitungswasser, was für seinen Körper zum Entgiften und zur Versorgung mit reichlich Flüssigkeit ideal ist. Damit erspart er sich Kuren und andere therapeutische Maßnahmen und schont die Umwelt, weil die Produktion und der Transport von Limonaden wegfallen. 

Unsere Fantasieperson hat die Zeitung und das Fernsehen gekündigt, weil er sich selber um die Information, die für ihn wichtig ist, kümmert. So bestimmt er selber, was, wann, wie viel und wer. 

Das sind einige wenige zufällig gewählte Beispiele, was wir täglich entscheiden können und womit wir Einfluss nehmen auf den Lauf der Welt. Das heißt nicht, dass wir den Krieg in Afghanistan beenden oder die Meere vom Plastikmüll befreien, aber wir sind nicht ohnmächtig. Wir alleine entscheiden, welche Nahrung - feste und geistige - wir in uns hinein lassen, was wir kaufen, wo wir kaufen, wen wir treffen, wie wir miteinander umgehen, wann wir schweigen oder reden usw. Das hat alles eine Auswirkung, denn einer plus einer plus einer macht viele. 

 

Ganz gleich, womit wir konfrontiert sind, sind wir nicht ohnmächtig. Wir treffen jeden Tag so viele kleine und große Entscheidungen und beeinflussen damit alles, was mit diesen Entscheidungen in Kontakt kommt. Wir sind wie ein Stein, der ins Wasser fällt und Kreise zieht: wir sind an Ort und Stelle, aber unsere Kreise bewegen sich von uns weg und treffen auf andere Kreise. Darum ist es von großer Bedeutung, welche Handlung wir setzen, welchen Gedanken wir verfolgen und welche Werte wir vertreten, denn das alles spiegelt sich in unserer Umwelt und vermehrt sich - wie die Kreise im Wasser. 

When David faced Goliath back then, the size and strength difference was completely unbalanced, and any business consultant would have advised David to give way to the big and strong one and enter his service. Fortunately, David knew nothing about McKinsey & Co and relied on the best advisor: himself. With intelligence and the conviction that he was powerful enough to tackle any challenge, he overcame Goliath and set a sign of self-empowerment.

 

On a card on our refrigerator it says: Everyone said it couldn’t be done—until someone came who didn’t know that and just did it.

 

When we look at the big events in the world, we feel small and insignificant, thinking we have no influence on the course of things. Nothing we do could steer the major issues of our time in a favorable direction: climate protection, pollution, plastic in the oceans, species extinction, animal transport, factory farming, wars, dictatorships, vaccine mandates — none of it can be changed by us. What we do is far too insignificant to make any difference.
"Everyone said it couldn’t be done, until someone came who didn’t know that and just did it." Let’s take a closer look at that one person:

 

This one person, whom everyone says achieves nothing, gets up in the morning and gets dressed. His jeans were made without child labor under humane and fair conditions, his merino wool sweater is one of three (not one of ten) in his wardrobe, admittedly more expensive than synthetic sweaters, but durable and needing less frequent washing (merino wool is aired out and doesn’t absorb odors), his shoes are produced domestically without chemical tanning or dyes in a factory powered by solar energy.
Afterward, he drinks a cappuccino made from coffee beans for which the farmers receive a fair price and that haven’t been sprayed with toxic pesticides. The milk comes from cows kept on pasture and open barns — he knows this because he doesn’t buy the milk at the supermarket but at the farm shop in the neighboring village. In fact, he buys regional and seasonal produce; he doesn’t need apricots in winter (except those he preserved as compote in summer) or tomatoes. The little meat he eats comes from a farmer who lets his animals roam freely and kills them himself. Of course, the meat costs more, but he also eats less of it. Eating less is healthy anyway, promotes his health and immune system (which he can really use in winter when everyone else is sick and running to the pharmacy). And because he buys and eats regional and seasonal products, he doesn’t need all the plastic packaging — the farm shop uses no plastic, yogurt and milk come in returnable bottles, and fruits and vegetables lie in crates. Regional shopping also eliminates long transport routes and refrigerated transport, resulting in less CO2 and lower markups on food. For the eggs he buys from the farmer, he pays a price that is fair for the farmer and his work — he knows the farmer gets 3 cents per egg when selling to industry, which is why the hens producing those eggs don’t live in animal-friendly conditions.
This one person mainly drinks tap water, which is ideal for his body’s detoxification and hydration. This spares him cures and other therapies and protects the environment because there’s no need for production and transport of sodas.
Our imaginary person has canceled his newspaper and TV subscriptions because he takes care of the information important to him himself. That way, he decides what, when, how much, and from whom.

 

Here are a few randomly chosen examples of what we can decide daily and how we influence the course of the world. This doesn’t mean we can end the war in Afghanistan or clear the oceans of plastic waste, but we are not powerless. We alone decide what kind of nourishment—both physical and mental—we allow into ourselves, what we buy, where we buy it, whom we meet, how we treat each other, when we remain silent or speak, and so on. All of this has an impact because one plus one plus one makes many.

 

No matter what we are confronted with, we are not powerless. Every day we make many small and big decisions and thus influence everything that comes into contact with those decisions. We are like a stone that falls into the water and creates ripples: we are in one place, but our circles move away from us and meet other circles. That is why it is of great importance what actions we take, which thoughts we follow, and which values we represent, because all of this is reflected in our environment and multiplies—like the ripples in the water.