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Schnipp, schnapp - Hoden ab

Wenn sich sein Rüde wohlig räkelt und am Rücken liegt und alle Viere von sich streckt, gewährt er dem Hundehalter einen guten Blick auf die sonst so gut verborgenen Genitalien. Frisch gebackene Hundeleute bekommen dann einen Schreck, wenn sich an der Penisspitze ein gelblich grüner Eitertropfen zeigt. 

Erst kürzlich erzählte mir eine Hundefreundin von dieser Beobachtung, die sich als Vorhautentzündung, Posthitis, herausstellte. Der erste ernstgemeinte Therapieansatz des Tierarztes war Kastration, gefolgt von einer Antibiotikakur. Abgesehen davon, dass der Rüde erst sechs Monate alt war, noch lange kein Alter für eine Kastration, frage ich mich, warum eine Kastration eine Vorhautentzündung heilen bzw. einer solchen vorbeugen soll. Würde man bei einem Jungen mit derselben Diagnose ebenfalls die Hoden entfernen? 

Das Thema der Kastration bei Tieren ist für mich eine ethische Frage, ausgenommen von gesundheitsbedrohlichen Erkrankungen. Einem gesunden Tier die Geschlechtsdrüsen zu entfernen, Hoden abzuschneiden und Eierstöcke herauszunehmen, aus dem einzigen Zweck der Verhinderung zur Nachwuchserzeugung stellt für mich inzwischen eine Verstümmelung und damit Tierquälerei dar. Im §5(1) des Tierschutzgesetzes steht: "Es ist verboten, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen." Eine nicht aus gesundheitlichen Gründen erfolgte Kastration bedeutet für das Tier irreversible Schäden (es verliert neben seiner Fruchtbarkeit die hormonproduzierenden Drüsen mit allen damit einhergehenden Begleiterscheinungen) und es empfindet Wundschmerzen und ist leidensfähig.

Ausgenommen von den Verboten in Abs. 1 sind "Maßnahmen, die aufgrund veterinärmedizinischer Indikationen erforderlich sind oder zum Wohl des Tieres vorgenommen werden." Um ein Tier (oder einen Menschen) unfruchtbar zu machen reicht eine Sterilisation vollkommen aus (durch Abbinden der Samen- bzw. Eileiter), die Produktion von Spermien- bzw. Eizellen findet weiterhin statt und der Hormonhaushalt wird nicht beeinflusst. Dies bedeutet, dass die Indikation "Verhinderung der Fortpflanzung" mit einer Sterilisation beantwortet werden kann, einem minimal invasiven Eingriff im Gegensatz zu einer  Kastration, bei der Organe entfernt werden. Nachdem ich mehrere Tierärzte gefragt habe, ob sie eine Vasektomie, also Sterilisation, meines Rüden durchführen können, habe ich von allen eine Absage mit der Begründung bekommen, dass eine Kastration einfacher und sicherer wäre und sie noch nie eine Sterilisation vorgenommen hätten. Ich frage mich, ob hier das Wohl des Tieres im Vordergrund steht oder das menschliche Interesse an größtmöglicher Bequemlichkeit. 

Zurück zur Vorhautentzündung: Neben mangelnder oder übertriebener Hygiene (v.a. beim Menschen) oder Bakterien kann auch eine Vorhautverengung (Phimose) die Ursache für eine Entzündung sein. Auch Kontaktallergien (z.B. bestimmte Waschmittel) lösen derartige Entzündungen aus. Beim Hund ist es schwieriger den Auslöser zu finden, somit ist es wichtig die Basis für die Abwehrkraft zu stärken. 

 

LACHESIS-Globuli in einem Achtelliter Wasser auflösen und mehrmals täglich (mit einer Plastikspritze - OHNE NADEL!!!) ins Maul des Tieres träufeln, bis die Entzündung verschwunden ist.

Wenn eine mechanische Einwirkung für die Entzündung verantwortlich war, dann ARNICA verabreichen.

MEDORRHINUM wirkt auf die tiefsitzende Anlage für eine derartige Krankheit und kann während einer Entzündung zusätzlich gegeben werden bzw. zur Nach- oder Vorsorge, eine zeitlang einmal wöchentlich.

 

Zusätzlich zu den homöopathischen Arzneimitteln kann die betroffene Stelle mit KOLLOIDALEM SILBER zwei- bis dreimal täglich gereinigt werden: kolloidales Silber wirkt antibakteriell und antimykotisch, also gegen etwaige Pilze (z.B. Candida albicans) und ist vollkommen unbedenklich, wenn der Hund es abschleckt. Das Fell im Genitalbereich mit EM einsprühen für ein gesundes Hautmilieu.