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Ruinen oder Schlösser / ruins or castles

Dies ist eine Ergänzung zum Artikel "Rot und Blau" - und eine gedankliche Auseinandersetzung mit dem Song "Beautiful Ruins" gesungen von Ashley Park.

 

Partnerschaften werden in so vielen Büchern, Filmen und Liedern thematisiert, sodass in unseren Köpfen oft Bilder entstehen, die mit der Realität wenig gemeinsam haben. Die Kluft zwischen unseren aufgebauten Erwartungen und der nüchternen Realität führt zu Enttäuschungen, Wut und Trennung, eventuell sogar bis zu jahrelangen Streitereien um finanzielle Agenden. 

Ohne die Statistiken zu kennen, wage ich die Aussage, dass die meisten Menschen mit unaufgearbeiteten Themen aus ihrer Kindheit oder vorangegangenen Partnerschaften in eine Beziehung gehen. Da man am Anfang einer Beziehung oft damit beschäftigt ist den anderen kennenzulernen, lenkt dies von den eigenen Themen eine Weile ab. Mit der Zeit, wenn man vertrauter wird und entspannter, fordern die eigenen offenen Punkte Aufmerksamkeit: der Beginn der ersten Reibungspunkte.

Seien wir uns dessen bewusst, dass jeder Gepäck mitbringt, das nichts mit dem Partner zu tun hat, und jeder Raum und Zeit braucht, um seine Themen auszupacken und zu bearbeiten, unabhängig von der Beziehung, in der er sich befindet. Wenn wir unserem Gegenüber die Möglichkeit geben, sich mit seinen Themen in seinem Tempo und nach seiner Art auseinanderzusetzen, bereiten wir die Grundlage für eine unerschütterliche Partnerschaft. Das kann auch bedeuten, die Beziehung an einer Stelle einzureißen, um auf einer anderen Stelle neu aufzubauen. So, als würde man ein Schloss an einer Seite zerstören, weil diese Seite keine Funktion mehr hat oder das Material an einer anderen Stelle dringend gebraucht wird. Es kommt Licht an eine Stelle, die zuvor verbaut war, und es entsteht neuer Raum, wo vorher nichts war. 

Selbst nach einer Trennung muss nicht unbedingt ein Schlachtfeld zurückbleiben. Selbstverständlich hinkt der Vergleich zwischen Gebäuden und Beziehungen ganz arg, ich möchte Trauer und Schmerz nicht verharmlosen. Und es braucht zwei respektvolle und aufrichtige Partner, um sich über die eigenen Befindlichkeiten hinweg zu verständigen um der einstigen Liebe willen - sofern sie aufrichtig war. 

Um im Kontext von oben genanntem Song zu sprechen: es braucht ein Schloss zuerst, keine Ruine ohne Schloss. Genauso braucht es Liebe für die Entstehung einer Partnerschaft, keine Trennung ohne Liebe zuerst. So, wie die Ruine die Erinnerung an ein einst prachtvolles Schloss ist, so kann nach einer Trennung die Erinnerung an die vormalige Liebe zwischen zwei Menschen bleiben. 

 

This is a supplement to the article "red and blue" - and a reflection on the song "Beautiful Ruins" sung by Ashley Park.

 

Partnerships are a theme in so many books, films, and songs that images often form in our minds that have little to do with reality. The gap between our built-up expectations and the sober reality leads to disappointments, anger, and separation, sometimes even to years of disputes over financial matters.
Without knowing the statistics, I dare to say that most people enter relationships with unresolved issues from their childhood or previous partnerships. At the beginning of a relationship, one is often too busy getting to know the other person, which temporarily distracts from one’s own issues. Over time, as familiarity and relaxation grow, one’s unresolved points begin to demand attention: the start of the first points of friction.
Let us be aware that everyone brings baggage that has nothing to do with their partner, and everyone needs space and time to unpack and address their issues, regardless of the relationship they are in. When we allow our partner to deal with their issues at their own pace and in their own way, we lay the foundation for an unshakeable partnership. This might also mean tearing down the relationship in one place to rebuild it in another. It’s like destroying one side of a castle because that side no longer serves a purpose, or the material from there is urgently needed elsewhere. Light reaches a place that was previously blocked off, and new space is created where there was none before.

 

 

Even after a separation, it doesn’t necessarily have to leave a battlefield behind. Of course, the comparison between buildings and relationships is quite flawed, and I don’t wish to trivialize grief and pain. It also takes two respectful and sincere partners to communicate beyond their own feelings, for the sake of the former love—assuming it was sincere.
To speak in the context of the song mentioned above: a castle is needed first, no ruin without a castle. Similarly, love is needed for the formation of a partnership, not separation without love first. Just as the ruin is a memory of a once magnificent castle, so can the memory of former love remain after a separation between two people.