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Das psorische Miasma - Teil 1

Es gibt einen Unterschied zwischen Hautkrankheiten und Symptomen an der Haut. Die Haut wird als Ausscheidungsorgan als unsere dritte Niere bezeichnet, daher sind Symptome an unserer Haut Symptome an unserer dritten Niere. Den "Schmutz" an dieser äußeren Niere sieht man und das ist das Problem für die meisten von uns. Leider gibt es genügend Mittel, um den äußeren Schmutz zu beseitigen, aber das größte Problem ist, dass wir damit die Haut nur als Haut behandeln, als Hülle. 

Wenn jemand gestorben ist, stört es ihn nicht, wenn Ameisen auf ihn herumkrabbeln - es juckt ihn nicht. Er braucht die Haut nicht mehr. Solange wir leben, brauchen wir die Haut und unternehmen so einiges, damit sie attraktiv ist. Das ist heute genauso wie früher. Früher erhielten  Kinder mit Kinderkrankheiten (viele Kinderkrankheiten zeigen sich an der Haut) Schwefelbäder und Schwefelbehandlungen. Die Haut wurde schön, aber oft trat Epilepsie auf. Was hat Epilepsie mit der Haut zu tun? Ein Gegenbeispiel: ein Epileptiker wird homöopathisch behandelt, seine Anfälle gehen zurück, dafür wird seine Haut schlechter. Ein Ausschlag, den er vor Jahren mit Kortison zum Verschwinden brachte, kommt wieder zurück. Das Symptom hat eine schlechte Reise gemacht: von der Peripherie (Haut - Ausschlag) zum Zentrum (Gehirn - Epilepsie). 

Die Haut hat auch eine Beziehung zur Konzentrationsfähigkeit und der inneren Ruhe eines Menschen. Ein Beispiel: eine 36jährige Frau leidet an Depressionen. Auf die Frage, ob es davor andere Probleme gegeben hat, antwortet sie mit nein. Depressionen erscheinen nicht einfach. Sie erzählt, dass sie früher Akne hatte und diese mit einer Salbe behandelte. Mit 14 Akne, mit 36 Depressionen - was für ein absurder Zusammenhang? Sie wird homöopathisch behandelt und plötzlich erscheinen am Rücken, Dekolleté und im Gesicht die schönsten Pickel. Gleichzeitig verschwindet die Depression. 

Psorische Erleichterung kann nur durch psorische Ausscheidungen stattfinden. Es muss fließen, was zuvor verstopft war. Man kann nicht 5 Liter trinken und nur 200 Milliliter ausscheiden. Man kann nicht Schwierigkeiten im Leben haben und überhaupt nicht weinen. Man kann nicht so viel Reizung haben ohne zu kratzen. 

Es gibt Prioritäten im Körpersystem, die das Überleben des Organismus gewährleisten sollen. Auf dieser Prioritätenskala liegt die Haut ganz unten: Herzfunktion vor Haut, Lungenfunktion vor Haut, Leberfunktion vor Haut usw. Es ist gefährlich die Haut isoliert zu betrachten und von außen zu behandeln.

Irgendwo im Körper findet eine Reizung statt und der Körper versucht, diese Reizung über die psorischen Ausscheidungswege zu regulieren (schwitzen, Durchfälle, Blutungen, reichlich urinieren). Wenn wir diese Ausscheidungsversuche unterdrücken oder blockieren, weil wir nicht verstanden haben, dass sie ein Ventil für eine übermäßige Reizung sind, dann laufen wir Gefahr das Symptom auf eine schlechte Reise zu schicken. 

Beispiel: viele Menschen unterdrücken die Schweißabsonderung, weil es ihnen unangenehm ist und sie sich ihrer Umgebung so nicht zumuten wollen. Nun muss der Schmutz, der über den Schweiß ausgeschieden wurde, einen anderen Weg im Inneren finden. Nun stinke ich nicht mehr dem Nachbarn sondern mir selbst. Unterdrückung von Schweiß kann nicht nur zu verschiedenen Krankheiten führen wie Schlafstörungen, Allergien, Rückenbeschwerden, Nervosität usw. sondern auch zu Charakterveränderungen. 

Der innere Juckreiz ist unser Kratzen nach Vermögen, Bekanntschaften, Erlebnissen - uns ist schnell langweilig, wir sind unruhig, unser Feuer brennt. 

Quelle: Die Reise einer Krankheit von Dr. Mohinder Singh Jus