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Das syphilitische Miasma Teil 1

Organische Degeneration zeigt sich im syphilitischen Miasma. Es frisst an unserer Lebenskraft. Es ist destruktiv und aggressiv. Alle syphilitischen Erkrankungen erscheinen plötzlich und unvorhergesehen. Zerstörende, tödliche und blitzartig kommende Krankheiten sind syphilitisch. 

Ein Beispiel: ein junger Mann geht zum Kaffeeautomaten und bricht plötzlich zusammen. Auf dem Weg ins Krankenhaus verstirbt er. Er war, seit er in der Firma ist, keinen einzigen Tag krank. Seine Leiche wird untersucht und man findet den Bauchraum voller Blut. Ein Geschwür, das bis dahin nicht entdeckt wurde, hat zu bluten begonnen - ein Sekundentod.

Der schnelle Verlauf einer Krankheit ist ein typisches Zeichen für das syphilitische Miasma. Osteoporose z.B. ist sykotisch bei einem langsamen Verlauf, syphilitisch, wenn sie schnell voranschreitet. Auch Suchtverhalten kann sowohl sykotisch als auch syphilitisch sein. Syphilitisch Süchtige trinken maßlos oder nehmen exzessiv oft schon in jungen Jahren Drogen zu sich. Bedrohliche gesundheitliche Zustände oder Entziehungskuren haben keinen Einfluss auf ihr Verhalten. Sie sehen keine Gefahr. 

Das syphilitische Miasma ist mit Blutungen verbunden - diese Konstitutionen haben eine starke Blutungsneigung. Z.B. nicht enden wollendes Nasenbluten oder unstillbare Blutungen bei Verletzungen. 

Das äußere Erscheinungsbild von typischen Syphilitikern lässt sich wie folgt zusammenfassen: Boxernase, unverhältnismässig großer Kopf und Ohren, vollständiger Haarverlust im jungen Alter Dicke, rissige Lippen, die immer wieder bluten, weil Häutchen weggerissen werden. Fettige Gesichtshaut und grau-blasser Teint. Kinder haben Falten wie ein alter Mensch. Dunkle, kariöse Zähne. Brüchige Nägel. Brutale Augen. Brutalität und Kaltblütigkeit sind ein Merkmal syphilitischer Menschen. Brutalität, die nicht bereut wird und nicht schmerzt. Z.B. kann man einen mit Lepra erkrankten Finger drehen und wegnehmen, ohne dass der Patient einen Schmerz fühlt. Kälte. Wie eine lokale Narkose. Sie spüren nichts. Wenig intelligenter Gesichtsausdruck, wortkarg, mysteriös, introvertiert. Risse an den Mundwinkeln und erhöhter Speichelfluss. 

Hinsichtlich typischer Charakterzüge kann man vom syphilitischen Miasma sagen, dass sie lieber alleine sind, Einzelgänger, oft depressiv, beschäftigt mit der eigenen Welt und den eigenen Dingen. Wenn man Kinder beim Spielen beobachtet, erkennt man die syphilitischen Wesenszüge daran, dass sich das Kind absondert und alle Ameisen zerstört oder die Katze malträtiert. Das ist eine viel tiefer liegende Belastung als nur ein Charakterzug: das Kind befindet sich in einer Art Käfig der miasmatischen Belastung. Solchen Kindern ist lernen fast unmöglich: sie hören zu, aber nichts bleibt hängen, kaum etwas wird verstanden. Depression im Kindesalter ist syphilitisch.

Syphilitische Menschen drohen nicht nur, sie tun es auch. Sie sind echt Suizid gefährdet. Sie wollen nicht sprechen oder anderen zur Last fallen. Sykotische Menschen drohen mit Selbstmord in der Form, dass sie noch gerettet werden können. Syphilitische Menschen machen es einfach, ohne Gefühl für das, was sie hinterlassen. Sie haben kein Verantwortungsgefühl und kein Mitgefühl. 

Sykotische Eifersucht ist nur nachtragend. Syphilitsche hingegen ist misstrauisch und (zer)stört andere. Kein Wille zur Vergebung. Rachsucht. 

Quelle: Die Reise einer Krankheit von Dr. Mohinder Singh Jus