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Das Hustinettenpferd

Unser geliebtes Pferd hustete bei Hitze und wir dachten, es läge am bodennahen Ozon. Oder an irgendwelchen Pflanzen auf der Weide. Dann kamen der Herbst und die kühlen Tage und es hustete noch immer. Vielleicht lag es an der Kälte. Oder an der Nässe. Oder an der Einstreu, die wir solange wechselten, bis wir glaubten, der Husten ließe nach. Als er wiederkam, untersuchten wir das Heu und wechselten den Heulieferanten. Duftendes Heu brachte auch keine Erleichterung, auch nicht im Heunetz. Der Offenstall ist gut durchlüftet, aber nicht zugig, und die Pferde finden zu jeder Zeit Platz im Stall und draußen im Freien ganz nach ihrem Belieben. Bei Regen stellte er sich gerne ins Trockene, sodass Erkältung auch ausgeschlossen werden konnte. Kurzfristige Erleichterung brachten Homöopathie, Kräutertherapie, Bachblüten - aber der Husten kam immer wieder, mal mehr, mal weniger. Und wir hatten keine Anhaltspunkte für den Auslöser. Als ich beinahe schon aufgegeben hatte, unternahm ich einen allerletzten Anlauf. Und ein Wunder geschah.

 

In zwei großen Terracottatöpfen wuchsen während des Sommers vier große Artemisia-Pflanzen, der Einjährige Beifuss. Nachdem ich für mich jeden Tag vier, fünf Blättchen abpflückte und kaute, kam mir der Gedanke, unserem Pferd auch ein paar Blättchen zweimal täglich unter das Futter zu rühren. Ich hegte große Hoffnungen, aber es geschah nichts. Er hustete gleich weiter. Mal mehr, mal weniger. 

Das tägliche Füttern der Artemisia-Blätter wurde zur Gewohnheit und wie bei jeder Gewohnheit stellte sich ein Automatismus ein, ohne bewusst weiter darüber nachzudenken. So fraß er den ganzen Sommer und Herbst lang täglich ein paar Blätter vom Einjährigen Beifuss. Bis ich vor knapp drei Wochen feststellte, dass etwas anders war als bisher: ich hörte unser Pferd nicht mehr husten. Auch meine Eltern, die gleich neben dem Pferdestall wohnen, bestätigten, dass sie keinerlei Hustengeräusche mehr vernahmen. Konnte es tatsächlich sein, dass der Husten weg war? Ja! Monatelanges, hartnäckiges Füttern von Artemisia ließ den Husten bei den Wurzeln packen und ausreißen. Zehn Jahre lang konnten alle Maßnahmen - und derer gab es unzählige! - nur zeitweise Erleichterung bringen und dann kommt eine Pflanze mit so einem bescheidenen Namen und einer so mächtigen Wirkung und heilt, was in einer Dekade nichts geschafft hat. 

 

Kleine Fußnote: die Hündin meiner Freundin litt an den Folgen einer Erkältung und der Resthusten wollte nicht weichen. Artemisia auf Globuli in der D3 schaffte auch diesen Husten :-)

Für mehr Informationen zu Artemisia annua gibt es hier Einiges nachzulesen: Artemisia annua